Einleitung und Vorbereitung
In diesem kleinen HowTo möchte ich euch durch eine Archlinux Installation bis hin zur fertigen grafischen Oberfläche begleiten. Ich gehe bei der Installation von einer Arch-Only Installation aus, das heißt ohne jegliche andere Parallelsysteme.(d.h. die Schritte sind gegebenenfalls anzupassen)
Zu aller erst kann man sich hier die aktuellen Images von Arch Linux runterladen.
Beim start der CD sieht man als erstes Grub, welches einem mehrere Einträge zur Auswahl stellt. Dort wählt man nun den Eintrag „Boot Archlinux Live CD“ aus (wenn man Geräte hat die per SATA angeschlossen sind) oder „Boot Archlinux Live CD [Legacy IDE, no SATA]“ (falls man nur per IDE angeschlossene Geräte hat). Bei der Frage des einzuloggenden Users gibt man den Default-User "root" an und befindet sich in der Bash des Livesystems der CD.
Mit Hilfe des Kommandos
km
öffnet sich das Menu zum ändern des Tastaturlayouts. Für die deutsche Tastatur nimmt man hier i386/qwertz/de-latin1-nodeadkeys.map.gz (man kann natürlich auch ein anderes Layout nutzen, ich nehme hier nur als Bespiel welches Layout ich verwende) und bestätigt mit OK. Die darauf folgende Frage nach dem Konsolenfont kann man mit "Skip" weglassen wenn man nicht explizit eine Schriftart für die Kommandozeile auswählen möchte.
Installation
Nun wird startet man mit
/arch/setup
das Setup. Nun wählt man den ersten Punkt in der Liste „Select Source“ und wählt aus ob man von CD oder von einem FTP-Server installieren möchte. Wählt man einen FTP-Server, werden von dort alle aktuellen Pakete geladen.Unter „Set Clock“ wird nun die Zeit eingestellt.
Nun muss man noch die Festplatte partitionieren. Bei der Partitionierung gibt es zwei Möglichketen. Einmal die automatische Partitionierung (die Automatische Partitionierung benutzt die vollständige Festplatte). Hierbei wird man zu erst gefragt wie groß die Boot-Partition sein soll. Standartmäßig sind hier 100MB eingetragen, das ist so eigendlich ausreichend und kann man lassen.
Als nächstes wird nach der Größe der Swap-Partition gefragt. Als Standart ist hier 256MB eingetragen, man muss halt selber wissen ob die Programme die man nutzt viel oder wenig Arbeitsspeicher verbrauchen und wie viel Arbeitsspeicher man zur Verfügung hat. Nun bestimmt man noch die Größe der Root-Partition, die eingestellten 7,5 Gigabyte kann man eigendlich ohne Probleme belassen (es hängt auch hier wieder von der eigenen Benutzung ab, je nachdem wie viel man installiert).
Die Home-Partition bekommt nun den Rest des vorhandenen Platzes auf der Platte.
Zu guter letzt wählt man noch ein Filesystem aus und bestätigt mit Yes. Hier ist Ext3 zu empfehlen, dies kann man aber natürlich auch nach eigenem Ermessen wählen. Nun bestätigt man noch die nachfolgende Frage ob man sich sicher ist.
Als nächtes noch zurück zum Main Menu und auf zur Paketwahl.
Nachdem man Select Packages ausgewählt hat , sind die Pakete für ein reines Grundsystem (base) automatisch ausgewählt. Wählt man noch base-devel aus, werden alle Pakete die man zum Kompilieren von Paketen benötigt installiert (z.B. der gcc). Jetzt bestätigt man mit OK und bekommt eine Liste aller Ausgewählten Pakete. Mit dem Pfeiltasten kann man nun innerhalb der Liste scrollen, und findet ganz unten die Pakete der Gruppe none. Hier befinden sich unter anderem die Pakete die man für Wlan braucht, also die Wireless-Tools und einige W-Lan Treiber. Wenn man also W-Lan hat sollte man zumindest die "wireless_tools" und den passenden Treiber wählen (in meinem Fall ist das der madwifi Treiber, da ich eine W-Lan Karte mit Atheros Chip habe) indem man sie mit der Leertaste makiert. Hat man alles was man benötigt Ausgewählt, wird wieder aus OK bestatigt.
Jetzt kommt man wieder ins Hauptmenu und wählt den Punkt "Install Packages" um alles zu Installieren.
Konfiguration
Als nächstes kommen wir zur Konfiguration, also auf zu "Configure System".
Die darauf folgenden Fragen kann man eigendlich immer mit den automatisch ausgewählten Antworten beantworten, sollte man einen dieser Optionen brauchen, eben die Antwort anpassen ;)
Am Ende wird man nach dem Standart-Editor gefragt. Dies ist eigendlich eine reine Geschmackssache. Nano ist einfacher zu nutzen, mag man vi lieber wählt man diesen aus. (in den nachfolgenden Schritten gehe ich jedoch von der Benutzung von Nano aus)
Zu erst editieren man die rc.conf.
Unter LOCALE ist Standartmäßig en_US.utf8 eingetragen, dies ändernt man für die deutsche Sprache zu de_DE.utf8. Unter TIMEZONE sollte die zu Beginn ausgewählte Zeitzone bereits eingetragen sein, genau so wie die Keymap. Auch hier sollte das am Anfang ausgewählte Tastaturlayout bereits eingetragen sein.
Weiter unten kann man noch den HOSTNAME anpassen, der heißt im Moment noch myhost. Für die Internetverbindung ändert man nun noch die Einstellung in eth0="..." zu eth0="dhcp" (wenn man keine feste IP verwendet sondern die IP per dhcp bezieht, evtl müssen noch andere dinge angepasst werden z.B. muss ich das eth0 zu ath0 ändern, da das die Bezeichnung meiner W-Lan Karte ist. Nicht vergessen auch unter Interfaces das eth0 zu ath0 zu ändern, wenn die Kartenbezeichnung genauso ist wie bei mir. Mit ifconfig kann man sich, am besten auf einer anderen VC (z.B. strg + alt + f2), alle Netzwerkgeräte anzeigen lassen)
Das ist alles was man vorerst in der rc.conf ändert. Nun speichernt man die Änderugen mit der Tastenkombination Strg + O und bestätigen mit Enter. Nun verlässt man Nano mit Strg + X
Als nächstes öffnet man die locale.gen und entfernt die Raute vor den Einträgen de_DE.UTF-8 UTF-8 und de_DE ISO-8859-1 speichert und schließt die Datei. Nun werden automatisch die locales generiert.
Jetzt würde man die mirrolist öffnen. Das etwas ärgerliche ist jedoch, dass keiner der Einträge auskommentiert ist. Man müsste nun alle Server, die man nicht verwenden möchte, auskommentieren. Da dies aber viel Arbeit wäre, lassen wir die Datei vorerst so wie sie ist. Als nächstes wird nun noch ein root-Passwort gesetzt.
Nun gehts zurück zum Main Menu.
Als nächstes installiert man den Bootloader, zur Auswahl stehen hier GRUB und none. Nimmt man Grub kommt man automatisch in ein geöffnetes Nano mit der menu.lst, die man jedoch einfach per Strg + X schließen kann. Nun wählt man noch die Partition zum installieren von Grub. Hier wählt man "/dev/sda" aus. (kann evtl auch eine andere Bezeichnung haben, z.B. /dev/hda o.ä.) Nun bestätigt man mit Enter. Im nächsten Fenster wird danach gefragt ob man das System auf einem Software Raid installiert hat, hier wählt man No. (natürlich nur, wenn man keinen Raid aufgesetzt hat ;) )
Zu guter letzt geht man auf "Exit Install" und startet den Rechner neu mit dem Befehl
reboot
Anlegen eines Benutzers
Nach dem Neustarten meldet man sich mit dem Benutzernamen "root" und dem Root-Passwort, das man wärend der Installation gesetzt hat, an.
Nun legt man mit dem Befehl
adduser
einen normalen Benutzer an.
(adduser ist ein script, welches nun nacheinander die Fragen zum Account durch geht. Name, Passwort, Shell etc. pp.)
Als nächstes nimmt man sich die mirrorlist vor. Zu erst kopieren wir die mirrorlist mit
cp /etc/pacman.d/mirrorlist /etc/pacman.d/mymirror
und öffnen sie mit
nano /etc/pacman.d/mymirror
und löscht mit STRG + K alle Einträge bis man bei
# - Germany
ankommt. Und unterhalb der deutschen Server, also ab Great Britain, tut man dies ebenso. Nun hat man eine eigene Mirrorlist die nur die deutschen Server enthält (möchte man andere Server verwenden, z.B. die aus der Schweiz, lässt man diese Einträge natürlich ebenso stehen). Nun setzt man vor jeden Server den man aus der Liste nicht nutzen möchte eine Raute. (Dies ist der Grund für die eigene mirrorlist, man müsste sonst in der gesamten Liste alles auskommentieren was man nicht nutzt und falls bei einem Systemupdate eine neue mirrorlist kommt, müsste man dies wiederholen)
Der Server von Hosteurope ist zu empfehlen, das er recht aktuell und schnell ist. Auf keinen Fall sollte man den Mainserver archlinux.org
Als nächstes öffnet man die pacman.conf mit
nano /etc/pacman.conf
und ändert in der Liste bei core, extra und community im Include-Pfad das mirrorlist zu mymirror
Nun bringt man das System erst einmal mit
Pacman -Syu
auf den aktuellen Stand.
Grafische Oberfläche
So, auf zur grafischen Oberfläche ;)
Ich gehe hier mal nur auf die Installation von KDE und Gnome ein!
Zu aller erst Installiert man Xorg mit
Pacman -S xorg
und falls man sie noch benötigt und legt mit
Xorg -configure
eine xorg.conf an. Mit der neuen Xserver Version ist die xorg.conf eigendlich unnötig, man benötigt sie aber z.B. noch wenn man den Originaltreiber von Nvidia nutzen möchte. Der Xserver erkennt diesen leider nicht, nutzt man den freien nv Treiber funktioniert es auch ohne xorg.conf. Diese hat jedoch erst einmal den Namen "xorg.conf.new" und liegt in /root. Nun bekommt die Datei erst einmal ihren richtigen Namen und kommt an die richtige Stelle ;)
Dies macht man mit
mv /root/xorg.conf.new /etc/X11/xorg.conf
Nun fehlt noch das richtige Tastaturlayout. Hierfür wird mit
pacman -S xf86-input-evdev hal
evdev installiert. Um evdev nutzen zu können muss hal gestartet sein (wie dies geht wird später noch erläutert).
Nun wird eine Vorlage für das Tastaturlayout kopiert:
cp /usr/share/hal/fdi/policy/10osvendor/10-keymap.fdi /etc/hal/fdi/policy/10-keymap.fdi
und die 10-keymap.fdi geöffnet:
nano /etc/hal/fdi/policy/10-keymap.fdi
Nun sucht man die Zeile
<merge key="input.xkb.layout" type="string">us</merge>
und ändert das us zu de für ein Deutschas Tastaturlayout. Falls man die Variante "nodeadkeys" nutzen möchte, macht man aus der Zeile
<merge key="input.xkb.variant" type="string" />
einfach
<merge key="input.xkb.variant" type="string" >nodeadkeys</merge>
Weitere Informationen zu evdev (z.B. wie man ein Touchpad auf notebooks einrichtet) kann man im Archlinux.de Wiki nachlesen.
(Anmerkung: Wie in den Kommentaren zu lesen, kann es bei einigen zu seltsamen Fehlern kommen, wenn man xorg nicht konfiguriert bevor man KDE(mod) installiert. Danke für den Tipp c0de )
Jetzt kommt es auf den eigenen Geschmack an, ob man KDE oder Gnome möchte.
Für Gnome:
pacman -S gnome gnome-extra
Für KDE:
pacman -Sy kde kde-l10n-de ttf-dejavu
Nun muss man noch die rc.conf ein wenig verändern.
Also
nano /etc/rc.conf
Unter DEAMONS trägt man nun folgende Dinge mit hinzu (am besten in derselbern Reihenfolge)
fam hal
Als Alternative zu fam ist noch gamin zu nennen. Es tut das selbe, läuft aber nicht als Dienst sondern im Userspace und muss auch nicht explizit gestartet werden. Es startet von selbst und man benötigt die Einträge für fam nicht mehr. Nur installieren und das war's.
Speichern (Strg +O) und beenden (Strg + X)
Inittab
Nun noch eine Kleinigkeit.
Man öffnet die inittab
nano /etc/inittab
und setzt vor "id:3:initdefault:" eine Raute (#) um diesen Eintrag zu deaktivieren und entfernt die Raute vor "#id:5:initdefault:"
Ganz unten fügt man nun noch eine Raute vor "x:5:respawn:/usr/bin/xdm -nodaemon" ein und entfernt die Raute vor
-bei KDE "x:5:respawn:/usr/bin/kdm -nodaemon"
-bei Gnome "#x:5:respawn:/usr/bin/gdm -nodaemon"
Nun noch neu starten und die Installation ist komplett.
Viel Spaß